Hinweise zur Benutzung

Längst haben die Sozial- und Kulturwissenschaften mit der Ansichtskarte einen schier unerschöpflichen Fundus an alltagsgeschichtlichem Bildmaterial entdeckt. Die Geschichte (und man kann hinzufügen: die „Kultur“) der Ansichtskarte begann Ende der 80erJahre im 19. Jahrhundert. Mit den ersten topographischen Darstellungen begann der Siegeszug der Ansichtspostkarte rund um die Welt: Motiv- und Glückwunschkarten kamen rasch hinzu, und der sogenannte „Ansichtskartensammlersport“ erlebte eine Blüte, wie wir uns das heute kaum vorstellen können. In der Zeit bis zum ersten Weltkrieg, in der das Telefon noch keine wesentliche Rolle spielte und stattdessen mancherorts die Post täglich fünfmal ausgetragen wurde, waren Postkarten das Kommunikationsmittel schlechthin. Kein Wunder also, das die Bildpostkarte gegenwärtig als alltagsgeschichtlicher Beleg neu entdeckt wird. So mehren sich in jüngster Zeit ortsgeschichtliche Veröffentlichungen, aber auch wissenschaftlich ambitionierte Veröffentlichungen zur Sozial-, Kultur und Sittengeschichte, die auf alte Ansichtskarten zurückgreifen. Vom „Bergbau“ bis zu „Zeppelinen“ – alles wird „auf alten Postkarten“ auf den Markt geworfen. Allerdings paaren sich in diesen Fällen allzu häufig mangelnde Fachkenntnis, eine Vorliebe für „exotische“, marktgängige Bilder sowie ein Hang zur Billigproduktion.

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